PRESSE: Italienisches Flair in der Stadtkirche (RP)

Die Kantorei verzaubert die Zuhörer mit der „kleinen feierlichen Messe“ von Rossini in der Stadtkirche.

Italienisches Flair in der Stadtkirche

Rheinische Post vom 14.06.2022 (sts)

 In der Stadtkirche begeisterten die Musiker mit einem großartigen Konzert. Viele Besucher fanden den Weg, um sich von den Klängen der „kleinen feierlichen Messe“ von Rossini verzaubern zu lassen.

Nach einer über zweieinhalbjährigen Corona-Zwangspause war es wieder soweit: Die Kantorei der Evangelischen Kirchengemeinde lud zum Konzert in die Stadtkirche. Und viele Besucher fanden den Weg, um sich von den Klängen der „kleinen feierlichen Messe – Petite Messe Solennelle“ verzaubern zu lassen. Im Konzert erklang die von Gioacchino Rossini selbst bevorzugte Originalfassung mit Klavier und Harmonium. Sowohl die ausgefallene Besetzung – Solisten, gemischter Chor sowie Harmonium und Klavier – als auch die der Messe innewohnende eigentümliche Spannung zwischen tief empfundener Frömmigkeit und opernhaftem Affekt sind sicherlich Gründe für die ungebrochene Beliebtheit dieser Komposition.

So erlebten die Zuhörer eine sehr abwechslungsreiche Aufführung, denn die auf 14 Nummern verteilten Stücke ließen in Melodik, Rhythmik und Harmonik immer wieder den Opernkomponisten aufblitzen und verliehen der Musik zuweilen eine beschwingte Note. Die schwierige Zeit der vergangenen Monate, in denen Chorproben aufgrund der pandemischen Lage immer wieder verboten waren oder nur unter sehr belastenden Auflagen durchgeführt werden konnten, waren an diesem Nachmittag wie weggeblasen. Der Chor überzeugte mit großer Sangesfreude und folgte hochkonzentriert dem differenzierten Dirigat von Chorleiter Kantor Andreas Pumpa; er brillierte insbesondere in den beiden anspruchsvollen Chorfugen „Cum Sancto Spiritu“ im Gloria und „Et Vitam venturi“ im Credo. Für den erkrankten Thilo Dahlmann war kurzfristig Bariton Johannes Hill eingesprungen, dieser füllte mit warmer Stimme mit der wunderschönen Arie „Quoniam tu sollus sanctus“ den Kirchraum.

Italienischer Ausklang nach dem Konzert der Kantorei: (v.l.) Kantor Andreas Pumpa, Karin Zabel, Theresa.

Besonders hervorzuheben sind aber auch die beiden von Veronika Madler anrührend und kristallklar ergreifend vorgetragenen Sopran-Arien des Werks „Crucifixus“ und „O salutaris hostia“. Die perfekte Begleitung von Frank Zabel am Erard-Flügel und Helmut Voß am Hinkel-Kunstharmonium machte die Sache zu einem Hörerlebnis, welches nach etwa 90 Minuten mit dem herzergreifenden „Agnus Dei“, meisterlich vorgetragen von Altistin Dagmar Linde im Wechsel mit dem gemischten Chor, endete.

Das Publikum hielt es danach nicht auf den Plätzen, stehende Ovationen für die Aufführung und für eine Chorgemeinschaft, die an diesem Tag außerdem ihren 90. Gründungsgeburtstag feierte. Und so waren denn auch nach dem Konzert alle Besucher und Mitwirkenden zu frischgebackener Steinofenpizza aus dem VW Bulli und italienischem Rotwein und Sekt auf dem Kirchhof eingeladen.

Genossen die Abendsonne nach dem Kantorei-Konzert (v.l.) Katrin Weber, Steffi Schüller, Michael Zlobinski, Malte Rüsing.

Wer das Singen in einem großen Chor einmal ausprobieren möchte, der ist eingeladen zum Mitsingprojekt der Kantorei „12-Stundenkonzert am 27. August“. Die Proben beginnen am 11. August, 19.45 Uhr im Gemeindezentrum Markt. Weitere Infos bei Kantor Andreas Pumpa oder bei der Chorvorsitzenden Steffi Schüller unter e-Mail: kantorei-wk@gmx.net.

www.kantorei-wermelskirchen.de

 
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