Hauptorgel der Stadtkirche in Wermelskirchen

Unterstützen Sie die Orgelsanierung der Hauptorgel in Wermelskirchen mit einer zweckgebundenen Spende über den Förderkreis für Ev. Kirchenmusik. Zweckgebundene Spenden kommen ausschließlich dem von Ihnen gewünschten Verwendungszweck zugute.

Zu diesem und zu weiteren Spendenzwecken haben wir eine eigene Hompage installiert:

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                                             Spendenzweck: „Orgelsanierung“.

Über Ihre Spende/Mitgliedsbeitrag (steuerlich absetzbar) erhalten Sie zu Beginn des nachfolgenden Kalenderjahres eine Spendenbescheinigung.

Den Flyer „Mein Ton in unserer Orgel“ über die Pfeifenpatenschaften

finden Sie hier:  Flyer Orgelpaten

Zusammen mit weiteren Inhalten dieser Homepage informiert er über das Projekt und konkrete Spendenmöglichkeiten (Pfeifenpatenschaften).

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Orgel der Stadtkirche Wermelskirchen, Zustand 2016

„Eine Kirche ohne Orgel ist wie ein Körper ohne Seele!“ So hat Albert Schweitzer die Bedeutung der Orgel ausgedrückt. Mozart nannte sie die „Königin der Instrumente“. Wenn die Orgel im Gottesdienst schweigt, fehlt vielen Menschen etwas.

Im Gegenüber zur Kanzel nimmt die Orgel eine wichtige Aufgabe wahr: Sie spricht mit ihrer Verkündigung die Sinne der Menschen an. Das geschieht nicht nur, wenn ihre Klangvielfalt den Kirchenraum erfüllt. Auch ein Orgelgehäuse kann mit Schriftbändern, Bildern oder Statuen etc. vom Glauben erzählen.

In den Gottesdiensten in der Stadtkirche in Wermelskirchen hat das Orgelspiel seinen festen Platz. Es umfasst das Intonieren und Begleiten des Gemeindegesangs, Vor- und Nachspiele weisen auf den Charakter des jeweiligen Feiertages.

 Die Barockorgel der Stadtkirche

Die Geschichte der Stadtkirchen-Orgel in Wermelskirchen beginnt etwa um 1713, lange bevor der heutige Kirchenraum erbaut wurde. Das Instrument wurde vermutlich als typische Dorfkirchenorgel, wie sie im 18. Jahrhundert vom Niederrhein bis ins Bergische Land weit verbreitet war, einmanualig und wohl auch ohne Pedalregister konzipiert. Als Erbauer kommt gemäß einer nicht gesicherten Quelle der Ratinger Orgelbauer Peter Weidtman (1647-1715) oder dessen Sohn Thomas (1675-1745) infrage. So zeigt z.B. der Prospekt der Hoerstgener Thomas-Weidtman-Orgel aus dem Jahr 1731 (Quelle: derwesten.de) deutliche Ähnlichkeiten mit der in Wermelskirchen erhaltenen Fassade. Ob die Wermelskirchener Orgel ursprünglich wie in Hoerstgen frontspielig war, ist nicht dokumentiert. Der originale Spieltisch selbst mag aber dem hinterlegten Bild (Quelle: rp-online.de) geähnelt haben.

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Weidtman Orgelgehäuse in Orsoy

Ein weiterer „Zwilling“ unserer Orgel befindet sich in Rheinberg-Orsoy. Auch das dortige Instrument wird dem Orgelbauer Peter Weidtman zugeschrieben. Es wurde im Jahr 1680 installiert. Das Rückpositiv der Orsoyer Orgel ist eine Erweiterung aus dem Jahr 1855. Leider ist in Orsoy genau wie in Wermelskirchen das historische Orgelwerk nicht mehr vorhanden. 2015 wurde daher ein technischer Neubau durch die Firma Speith seiner Bestimmung übergeben.

Auf einer Internetseite wird die Weidtman – Orgel der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Hilversum  gezeigt, die weitgehend ihre historische Gestalt beibehalten hat.

Disposition:
Manual: (CD-c3)
Prestant 8 D (alt)
Hollpfeife 8 (großteils alt)
Prestant 4 (teils alt)
Flöte 4 (großteils neu)
Octave 2 (alt)
Mixtur 3f (teils alt)
Sesquialtera B/D (2 2/3; teils alt)
Pedal (CD-g0) angehängt

Sehenswert sind ferner die Fotografien des reich verzierten Gehäuses der Weidtman-Orgel in der ehem. Konventskirche St. Cäcilia in Krefeld-Hüls.

All diese aufgezählten, ähnlich gestalteten und disponierten Instrumente weisen sich als sogenannte Dorfkirchenorgeln aus, die meist von Menschen ohne großartige Fachkenntnisse des „Clavierspiels“ gespielt wurden. Somit genügten kleine Instrumente mit einer einfachen Ausstattung.

 Neubau des Kirchenraums der Stadtkirche

Im Jahr 1838-39 wurde durch Abriss und Neubau des Kirchenschiffes der Stadtkirche in Wermelskirchen mehr Raum für eine anwachsende Gemeinde geschaffen und 2014 im Rahmen einer Feierlichkeit zum 175-jährigen Bestehen gewürdigt.

Orgel 1875 / Quelle: Bildarchiv des Bergischen Geschichtsvereins Wermelskirchen

Orgel 1875 / Quelle: Bildarchiv des Bergischen Geschichtsvereins Wermelskirchen

Durch diese Kirchenraumvergrößerung begann ein Dilemma für das aus dem Vorgängerbau übernommene Barock-instrument: Ganz Dorforgel, war das kleine Instrument für eine vergrößerte Stadtkirche völlig unzureichend. Im November 2016 hat der Geschichtsverein Wermelskirchen zwei 1875 entstandene Fotografien einer Orgelerweiterung zur Verfügung gestellt. Das Instrument ist in dieser Phase seines Bestehens seitenspielig. Das Bild zeigt den Prospekt gegenüber der heutigen Gestalt erweitert. Weitere Details sind den Autoren nicht bekannt und wollen weiter erforscht werden.

Orgel 1875 Quelle: Bildarchiv des Bergischen Geschichtsvereins Wermelskirchen

Orgel 1875 Quelle: Bildarchiv des Bergischen Geschichtsvereins Wermelskirchen

Bekannt ist lediglich, dass ein wie auch immer gestalteter Wiederein- und Vergrößerungsumbau der Wermelskirchener Orgel durch Christian Roetzel (1776-1867) aus Alpe stattgefunden habe. Eine „gründliche Erneuerung“ sei 1869 später durch die Gebrüder Euler aus Gottsbüren durchgeführt worden. Es bleibt unklar, wann genau der Orgelprospekt erweitert wurde.

Orgel Stadtkirche 1960Ein jüngeres Foto zeigt die Orgel im Jahr 1960. Zuvor hatte im Jahr 1942 durch die Firma E.F. Walcker aus Ludwigburg ein weiterer Umbau unter Weiterverwendung des vorhandenen Gehäuses stattgefunden. Deutlich zu erkennen sind ein freistehender neuer Spieltisch und die durch einen Freipfeifenprospekt gestaltete Andeutung eines Rückpositivs. Angeblich vergab Walcker für den Orgelbau eine Opusnummer um ca. 2700. Die Orgel soll 31 klingende Register besessen haben.

DSCI0019Der auf dem obigen Foto erkennbare, freistehende Spieltisch besaß drei Manuale und Pedal und mag ähnlich wie der abgebildete der Pauluskirche in Oberhausen-Lirich ausgesehen haben.

Die genaue Geschichte der Orgel der Stadtkirche in Wermelskirchen bleibt mangels vorliegender Akten im Dunkeln. Unklar ist ebenfalls, warum sich die Kirchengemeinde Ende der 1960-er Jahre wieder von ihrer Orgel getrennt hat und einen Neubau in Auftrag gab.

Um weitere bisher ungeklärte Geheimnisse unserer Orgel lüften zu können, suchen wir Menschen, die noch Fotografien oder andere Informationen besitzen und uns weiterhelfen können!

Der Orgelneubau von Willi Peter

Im Jahr 1969 wurde ein technischer Neubau der Firma Willi Peter, Köln, unter Verwendung einiger historischer Prospekteile in Betrieb genommen. Die Orgel besteht bis heute und besitzt 28 Register, verteilt auf drei Manuale und Pedal.

Das gewachsene historische Gehäuse wurde aufgegeben, um mit Hilfe moderner HauptorgelErweitungen ein gewünschtes dreimanualiges Instrument realisieren zu können.

Das neue Instrument sollte die Bedürfnisse der modernen Musizierpraxis erfüllen. Eine Orgel in der Art des mutmaßlich ursprünglichen Instrumentes zu rekonstruieren, wurde dabei nicht angestrebt. Wohl aber sollte die historische Fassade beibehalten werden.

Das Petersche Konzept

Willi Peter ging den folgenden Weg: Das ehemalige Hauptwerksgehäuse wurde aufgegeben und als freie Nachschöpfung der mutmaßlich ursprünglichen Anmutung unter Weiterverwendung der historischen Fassade ausgeführt. Dabei wurde die Seitenfront stark vertieft, um das geplante Pfeifenwerk und einen Stimmgang aufzunehmen. Der knappe Platz im ebenfalls neu hergestellten Unterkasten wurde mit einem Gebläsemotor und verschiedenen mechanischen und elektrischen Steuerkomponenten ausgefüllt.

In die Front der Orgel wurde ein ausladender und zur barocken Anmutung stilfremder Spielschrank eingefügt, wie ihn Peter bei neuen Instrumenten häufiger baute (vgl. Köln- Klettenberg).

Registertableau

Durch die baulichen Vorgaben des Barockprospektes wurde ein für die große Stadtkirche zu eng mensurierter Prinzipal 8′ eingebaut. Entsprechend unzureichend (leise) ist die Klangausbeute dieser Stimme. In logischer Konsequenz ergab sich ein im Gesamten viel zu schwaches Instrument.

Für das Pfeifenwerk des beim Neubau hinzugetretenen Rückpositivs wurde aus Tischlerplatten ein einfaches, lackiertes Gehäuse errichtet und an die Brüstung gesetzt. Die Aufstellung des Pfeifenwerkes folgt nicht der Gehäusevorgabe, wodurch etliche Pfeifenverführungen und lange Kondukten (Versorgungsschläuche) notwendig wurden. Im Verlauf des Bestehens wurde dem Werk ein weiteres helles Obertonregister hinzugefügt.

Die Pfeifen des ebenfalls neu erbauten Schwellpositivs wurden hinterständig fast unsichtbar wie ein Rucksack oberhalb des Hauptgehäuses untergebracht.

Zur Aufnahme des Pfeifenwerks des Pedals wurden zwei freistehende Pedaltürme links und rechts neben dem Hauptgehäuse installiert. Ein Zungenregister in Achtfußlage wurde in den 1990er Jahren ausgebaut und gegen eine gebrauchte Posaune 16′ mit halber Becherlänge ersetzt.

Die Klangästhetik

Alle Arbeiten an der Peter-Orgel der Stadtkirche Wermelskirchen standen unter dem Dogma der sogenannten „Orgelbewegung“, einer vor allem in Deutschland verbreiteten ideologischen Strömung zur Wiederbelebung einer vermeintlich barocken Klangästhetik. Als Gegenbewegung zur Romantik sollten bewusst weiche und füllige Klangfarben vermieden werden und hochliegende Stimmen einen klaren und durchsichtigen Klang erzeugen. Dies ist ein zweiter Grund, warum die Wermelskirchener Peter-Orgel heute zwar kräftige helle Töne erzeugt, ihr aber das Grundvolumen fehlt, um den großen Kirchenraum angemessen zu füllen.

Diese Umstände haben zur Folge, dass eine Begleitung des Gemeindegesangs entweder sehr leise geschieht, oder die Orgel weit „ausgefahren“ werden muss, um einigermaßen den Raum zu füllen. Dabei behilft sich ein Organist aufgrund fehlender oder defekter Stimmen dadurch, dass er aus den drei vorhandenen Manualwerken halbwegs passende Register zusammensucht und die Werke verkoppelt. Unterm Strich bleibt so eine kaum sinnvoll registrierbare, faktisch einmanualige Orgel übrig, die ihren Hörerinnen und Hörern nur wenige unterschiedliche Klangfarben bietet.

Aktuelle Schallpegelmessungen bestätigen den subjektiven Eindruck fehlender Klangfülle: Unsere Orgel erbrachte, solistisch mit allen Registern (Tutti) in einem voll besetzten Gottesdienst gespielt, lediglich 78 dB/A. Eine sinnvolle Begleitregistrierung liegt in der Lautstärke weit darunter, für kräftige Sänger sogar unterhalb der Hörschwelle. Im Vergleich dazu präsentierte sich die Kantorei mit stolzen 86 dB/A. Die (verstärkte) Sprechstimme unseres Pfarrers brachte angenehm wahrnehmbare 82 dB/A.

10431480_10207566269257420_3789867379470785654_nWas also tun?

Im Juni 2016 hat das Presbyterium der Evangelischen Kirchengemeinde Wermelskirchen nach umfangreicher Planung beschlossen, dass unsere Orgel nach 50 Jahren Betriebszeit überholt und zur Erzeugung eines Klangs, der auch dem Volumen des Innenraumes unserer Stadtkirche angemessen ist, gründlich überarbeitet und erweitert werden soll. Von der Orgelberatung der EKiR wurden hierzu sinnvolle Konzepte entwickelt und die Voraussetzungen zu ihrer Umsetzung geschaffen.

Um das Orgelwerk Willi Peters ohne einschneidende Veränderungen erhalten zu können, wurde ein Erweiterungskonzept ersonnen, dass im Kern aus der Hinzufügung einer wertvollen Orgel der Firma Peter Conacher aus Huddersfield besteht.

Wenn alle Vorplanungen genügend weit fortgeschritten sind, wird man an dieser Stelle lesen können, welche gestalterischen Lösungen wir gefunden haben, um beide Instrumente in einen harmonischen Kontext zu setzen, der das gewohnte Bild in der Kirche jedoch nicht verändern soll. Die Musiktreibenden der Evangelischen Kirchengemeinde freuen sich, mit einer renovierten Stadtkirchenorgel bald einen Klangkörper zu besitzen, der es ermöglicht, in Gottesdiensten und Konzerten viele Menschen für geistliche Musik zu begeistern. Der altehrwürdige Rahmen – unsere akustisch hervorragende Stadtkirche – steht schon da.

Disposition der Peter-Orgel

Hauptwerk

Metallbordun 16′, Prinzipal 8′, Bleigedackt 8′, Oktave 4′, Rohrflöte 4′, Querflöte 2′, Nachthorn 3f., Mixtur 1 1/3′ 3f., Zimbel 1/3′ 3f., Trompete 8′

Schwellpositiv

Viola di Gamba 8′, Gedackt 8′, Prinzipal 4′, Waldflöte 2′, Hintersatz 1 1/3′ 6f., Trichterregal 8′

Rückpositiv

Rohrflöte 8′, Blockflöte 4′, Prinzipal 2′, Quinte 1 1/3′, Scharff 1′ 3f., Krummhorn 8′

Pedal

Untersatz 16′, Offenbaß 8′, Kammerbaß 8′, Choralbaß 4′, Rauschpfeife 2 2/3′ 4f., Fagott 16′

Normalkoppeln, 3 Tremulanten, 3-fach Setzer

Die Peter Conacher Orgel

Artikel im WGA vom 30.01.2015 über die Hauptorgel

Die Rheinische Post vom 16.02.2016 über die Stadtkirchenorgel

Aktuell: Nachrichten aus dem Presbyterium vom 13. Juni 2016

Nachrichten aus dem Presbyterium vom 04. September 2015:

„Auf Anregung des landeskirchlichen Orgelsachverständigen hat der Bereichsausschuss Mitte eine hochwertige Orgel in England in letzter Minute aus einer Abbruchkirche zum Schrottpreis gekauft und eingelagert. Es wird nun zu ermitteln sein, zu welchem Preis diese Orgel zur Sanierung und Verstärkung der Stadtkirchenorgel verwendet werden kann.“

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Info-Veranstaltung am 07.05.2016 an der Orgel der Stadtkirche

Am 07.05.2016 fand eine Info-Veranstaltung für das Presbyterium und interessierte Gemeindemitglieder zum Zustand unserer Stadtkirchenorgel mit Kantor OSV Pumpa an der Orgel statt.  Orgel-Info-07.05.2016-2

Anhand eines informativen und anschaulichen Vortrages von Kantor Pumpa konnten sich die zahlreichen Besucher ein (Klang-)Bild über die dringend erforderlichen Sanierungsarbeiten machen. Pumpa erläuterte, dass die Kernaufgabe einer Orgelsanierung in der Herstellung einer raumbezogenen Klanglichkeit bestünde, wobei selbstverständlich die Behebung aller technischen Fehler des Instrumentes miteinbezogen werden sollte.

Mit Hilfe von mitgebrachten Orgelpfeifen wurde eine klangliche Gegenüberstellung des bestehenden Pfeifen-bestandes mit historischem Pfeifenmaterial vorgeführt. Hierbei wurde deutlich hörbar, welche riesigen Unterschiede Pfeifen haben können, die nach unterschiedlichen Konzepten in Klang gesetzt (intoniert) wurden.

Kantor Pumpa erläuterte, dass die preiswerteste Möglichkeit, eine raumbezogene Klanglichkeit zu erzielen, durch die Erweiterung der Orgel mit Bestandteilen einer hochwertigen historischen Orgel umzusetzen wäre, die sich bereits im Eigentum der Kirchengemeinde befindet.

Das sich daraus ergebende Konzept würde die vorhandene Peter-Orgel in ihrer kammermusikalischen Klanglichkeit respektvoll erhalten und in Verbindung mit einer Erweiterung ein akustisch schlüssiges und wirtschaftlich nachhaltiges Ergebnis erzielen.Orgel-Info-07.05.2016-1

Kantor Pumpa beantwortete die vielen Fragen der Besucher zu Details der notwendigen Arbeiten und zu dem möglichen Zeitablauf der Sanierung mit Erfahrungen aus seiner langjährigen Tätigkeit als Orgelsachverständiger der Evangelischen Landeskirche.

Es wurde deutlich, dass bei Umsetzung des Gesamtkonzepts die Kirchengemeinde mit relativ geringem Aufwand eine hervorragende, sozusagen völlig „neue“ Orgel bekommen könnte, die für die nächsten 100 Jahre mit einem vollen herrlichen Klang zum Lobe Gottes und den Menschen zur Freude erklingen wird.

Zum Beschluss des Presbyteriums vom 10. Juni 2016: Stadtkirchenorgel

Die Stadtkirche Wermelskirchen

„Der Herr wolle unser Gebet erhören und seine Augen offen stehen lassen über das neue Gotteshaus Tag und Nacht, dass es bis auf die fernsten Zeiten erhalten und eine Stätte werden lasse, wo viele ihn finden und den Frieden bewahren.“ (Inschrift des Grundsteins der Stadtkirche Wermelskirchen)

Die Stadtkirche ist die evangelische Hauptpfarrkirche von Wermelskirchen (Rheinisch-Bergischer Kreis) in Nordrhein-Westfalen.

Vermutlich wurde schon vor dem Jahr 900 ein kleines Kirchlein am Ort der heutigen Stadtkirche errichtet. Es werden nur ein paar Häuser um die Kirche gestanden haben. Im Umfeld des Kölner Erzbischofs Gunter gab es um das Jahr 885 herum einen Werinbold, der die Kirche, den Ort und den Namen von Wermelskirchen geprägt haben könnte.

Der erste Kirchenbau aus Stein war eine dreischiffige romanische Basilika mit Michaelskapelle im Turm. Die dem heiligen Bartholomäus geweihte Kirche (Schutzpatron der Lederarbeiter und Gerber) wurde erstmals um 1300 im liber valoris (Steuerverzeichnis der Kölner Erzbischöfe) erwähnt, der heute noch erhaltene romanische Turm von der Wende des 11. zum 12. Jahrhundert deutet jedoch auf ein höheres Alter hin (ca. um 1180).

Das Patronatsrecht besaß das Kölner St. Andreasstift, im Urbar (Besitzrechtsverzeichnis) findet sich die Erwähnung der Orte „Werrenbolzkirgen“ und „Dabrezhusen“.

Um 1560 wurde an der Kirche die Reformation eingeführt.

Am 19. Juni 1596 gestattete Herzog Johann Wilhelm von Jülich-Kleve-Berg durch eine Urkunde den Einwohnern des Dorfes Wermelskirchen einen Jahrmarkt abzuhalten. Ihr Ursprung war das Kirchweihfest des damaligen Schutzpatrons St. Bartholomäus, dem 24. August. Hier hat die über die Stadtgrenzen von Wermelskirchen hinaus bekannte „Herbstkirmes“ („Kirmes“ kommt von Kirchweihmesse) ihren Ursprung und daher wird die große Kirmes auch heute noch immer an dem Wochenende um den letzten August-Sonntag gefeiert.

Wermelskirchen litt besonders in der 2. Hälfte des 30-jährigen Krieges (um 1630) sehr unter den Wirren des Krieges. Die Bevölkerung ging auf 500 Einwohner zurück. 1662 wurde die wahrscheinlich prunkvolle Ausstattung des Langhauses beseitigt.

Durch den Stadtbrand von 1758, bei dem fast die gesamte Stadt niederbrannte, wurde der Dachstuhl der dreischiffigen Basilika so schwer beschädigt, dass das Gebäude immer baufälliger wurde. Der Turm erhielt 1765 eine neue Schweifhaube mit bekrönender Zwiebelspitze.

Ein Neubau gelang erst Jahre später: Am 25. Februar 1838 feierte die Gemeinde ihren letzten Gottesdienst in der alten Kirche. Bereits neun Monate später, am 25. November 1838, hielt die Gemeinde ihren feierlichen Einzug in die an gleicher Stelle erbaute neue Kirche in ihrer heutigen Form. Das dreischiffige romanische Langhaus wurde durch einen schlichten klassizistischen Saalbau ersetzt. Einzig der viergeschossige Westturm aus Sandstein und Tuff blieb in seiner ursprünglichen Form erhalten und zeigt eine reiche Gliederung aus Lisenen, Rundbogenfriesen, Kleeblattbogenblenden und gekuppelten Schallarkaden. Im zweiten Geschoss befindet sich die kreuzgratgewölbte Michaelskapelle, die sich ursprünglich in einer Doppelarkade zum Mittelschiff der Basilika hin öffneWappen Wkte.

Die Stadtkirche findet man auch im von Kaiser Wilhelm II. im Jahre 1897 genehmigten Wappen der Stadt Wermelskirchen neben der Eiche (Eich) und dem Schwan (Schwanen) wieder.

Die drei Felder stehen für die drei Hofschaften, aus denen Wermelskirchen entstanden ist: die Eich, der Schwanen und das Kirchdorf.

Im Jahre 2014 wurde das 175-jährige Bestehen der Stadtkirche Wermelskirchen in ihrer heutigen Form gefeiert: Dazu hielt Pfarrer Seng eine feierliche Ansprache.

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